Panasonic GF3X Test II – die zweiten Eindrücke

Panasonic GF3X

Wie man meinem ersten Beitrag zu dieser Kamera entnehmen kann, gefiehl mir die kleine Panasonic GF3X auf Anhieb ausnehmend gut.
Nachdem nun einige Tage vergangen sind und ich ein paar  Erfahrungen mehr sammeln konnte, hier meine weiteren Eindrücke.
In diesem zweiten Bericht werde ich mich vor allem mit der besonderen Auslösemethode und dem Blitz auseinandersetzen.

Das Auslösen:

Mit der GF3X kann man auf zweierlei Art und Weise ein Foto schießen:

1. Klassisch:
Man drückt den Auslöser halb durch und stellt somit scharf. Drückt man ihn anschließend ganz, schießt man ein Foto. (Altbekannt eben.)

2. So simpel wie genial:
Man tippt mit dem Finger auf das zu fotografierende Objekt auf dem Display. Die GF3 fokussiert dieses und schießt automatisch ein Foto.

GF3X Display 1

Um diese Funktion nutzen zu können, schaltet man sie mittels (rot umkreisten) Softwarebutton ein. Schon kann man per “Tipp” aufs Display fotografieren.

 

 

Ich habe allerdings festgestellt, dass ich zumeist dennoch die klassische Methode nutze, weil ich die Kamera so besser im Griff habe. Bei dem Druck auf das Display verrutscht mir die Kamera immer ein wenig und der Ausschnitt ist dann oft leicht verschoben.

Was mir jedoch wirklich gefällt (ich lernte es schon bei der GH2 schätzen), ist die Möglichkeit den Fokuspunkt einfach per Tipp auf das Display festzulegen und dann “klassisch” per Auslösekopf ein Foto zu schießen. Dies erleichtert das Setzen des Fokusses ungemein. Die Wahl des Fokuspunktes kann dabei völlig frei auf dem ganzen Display erfolgen, während die etwas ältere GH2 einen Rand von ca. 4 mm hat, welcher ausgeschlossen ist.

Display 2

Mit dem Schieberegler auf der rechten Seite des Displays kann man das Fokusfeld übrigens verkleinern und vergrößern.

Diese Fokussiermethode würde ich mittlerweile sogar der Hardware- und neun Sensoren Lösung der Canon 50D vorziehen. Bei der Canon kann man den Fokuspunkt zwar problemlos blind per Daumenrad einstellen, aber bei nur neun möglichen Punkten liegt der ausgewählte Fokuspunkt meist knapp an der falschen Stelle und wenn man nicht vorher die Belichtung genommen hat,  versaut einem die falsche Belichtung schoneinmal das Foto. Spätestens wenn man die Kamera auf deinem Stativ befestigt hat, lernt man diese Freiheit der Gf3  und GH2 schätzen.
Bei der GF3 (ebenso bei der GH2) kann man das Fokusfeld übrigens auch mittels des druckempfindlichen Rads (rechts an der Kamera) verschieben. Das ist m. E. aber nur bei der GH2 sinnvoll, nämlich dann, wenn man den Sucher nutzt. Da die GF3 aber nur das Display zum Fokussieren anbietet, ist diese Funktion eher überflüssig.

Die kleinste Fokusgröße  der GH2 ist ein ca. 3x3mm großes Feld. Eine Größe die für alle Lebenslagen ausreicht. Panasonic hat bei der GF3 dennoch noch einen “draufgesetzt” und bietet einen Punkt-Fokusmodus an.
Wie man auf einem Punkt eine Kontrastmessung hinbekommt, weiß ich nicht  und kann es mir auch nicht vorstellen – aber, da sie gut funktioniert, will ich mich nicht beschweren.
Diese Funktion ist anscheinend für ganz bestimmte Situationen gedacht, denn sie “benimmt” sich ganz anders als man es erwartet. Beim Fokussieren mit dem Finger auf dem Display, “zoomt” die Kamera automatisch in das Bild hinein. In diesem Bildausschnitt kann man dann den Fokuspunkt millimetergenau setzen.
Leider führt dieses “hineinnzoomen” dazu, dass man das komplette Bild nicht mehr sieht und es so aus den Augen verliert. Von anderen Kameras kenne ich ähnliches, nur das diese in einem ca. 1x1cm großen Bereich zoomen und man so auch das gesamte Bild im Blick haben kann. Dies wäre hier m. E. eine bessere Methode gewesen.
Nutzt man im Punktmodus den Auslöseknopf und drückt ihn halb durch, so zoomt die Kamera ebenfalls ins Bild hinein, zeigt aber nach ca. 2 Sekunden automatisch wieder den normalen Ausschnitt. Ich kann mir vorstellen, dass dies zumindest in gewissen Situationen funktionell ist:

  • Hilfreich wird es wohl dann sein, wenn man den Fokus inmitten sehr unterschiedlich naher Objekte, auf eins im Hintergrund setzen möchte und so sehr genau treffen muss.
  • Auch wenn dieser Modus für das “normale” Fotografieren etwas unhandlich ist, für die Makrofotografie ist er klasse.
  • Wenn man mit einem Stativ fotogafiert – sich an dem Ausschnitt also nichts mehr ändert – kann diese Funktion bestimmt sehr nützlich sein.

Ich wünschte mir, dass man das Hineinzoomen ausstellen könnte, der Punktmodus wäre dann sofort mein Standardmodus.
Alles in allem wird der Punktmodus trotz seiner Eigenarten etwas sein, das ich an meiner GH2 vermissen werde.

Der Blitz

Auf Knopfdruck springt der kleine Blitz an einer grazilen Klappkonstruktion aus der Kamera. Seine Helligkeit reicht für alle Schnappschüsse aus.

Panasonic LUMIX GF3X Blitz

GF3X Blitz

Leider kann man den Blitz nicht steuern:
D. h. es ist nicht möglich, die Helligkeit des Blitzes zu regeln. Auch die Synchronisation – also das Verstellen des Blitzauslösens auf vor oder nach Öffnen des Verschlusses (den 1. oder 2. Vorhang) – ist nicht vorgesehen.
Der Blitz geht nur ein und aus – mehr nicht. Für den ambitionierten Nutzer ist das natürlich etwas wenig.

Es gibt Funktionen wie die “Rote-Augen-Reduktion” und eine Funktion Namens “Langzeitsynkronisation”, bei der die Belichtungszeit einfach nur verlängert wird, um dunkle Hintergründe heller erscheinen zu lassen. Das sind aber Spielereien, deren Nutzen nur bedingt gegeben ist.

Ansonsten ist der Blitz als Notbeleuchtung in Ordnung, denn er hellt für seine Größe erstaunlich gut auf.
Da ich kein “Blitzbenutzer” bin, sondern eher Langzeitaufnahmen liebe, ist dieses Manko für mich nicht so schlimm. Der fehlende Blitzschuh ist für mich ebenfalls nicht von Bedeutung, denn mit einem externen Blitz wäre das Fotoapparatchen riesig und wenn ich etwas Großes möchte, kann ich auch gleich meine GH2 benutzen.

Auch wenn es mich persönlich nicht stört, ich finde die geringe Variabilität des Blitzes dennoch schade, gerade, weil Kompaktkameras, wie die Canon G11 diese Funktionen selbstverständlich  bieten.
Vielleicht muss es ja auch etwas geben, dass die neu angekündigte Panasonic GX1 besser kann, wer sollte sie sonst kaufen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…;-)

Weitere Berichte und Erfahrungen kommen bald.

Lesen Sie auch :
Panasonic DMC-GF3X Test I – die kleine Schönheit für die Tasche
Panasonic GF3X Test III – Sonstiges

3 Gedanken zu „Panasonic GF3X Test II – die zweiten Eindrücke

  1. Pingback: Panasonic GF3X Test III – Sonstiges | Umschweife.de

  2. Pingback: Panasonic DMC-GF3X Test I – die kleine Schönheit für die Tasche | Umschweife.de

  3. Pingback: food-o-grafie 2013 – technikverloren II. (Gedankenschnipsel) | Umschweife.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.