food-o-grafie 2013 – technikverloren

food-o-grafie 2013 - #1 Kamera Ausrüstung (Einsendeschluss 28.02.2013)

Zorra vom kochtopf.twoday.net hat zu einem Event aufgerufen, an dem ich gerne teilnehmen will. Die Aufgabe soll es sein, die Kameraausrüstung zu beschreiben, mit der man sein Essen fotografiert.

Meinen Blog kann man erst seit ein paar Monaten als Food-Blog bezeichnen. Davor (immerhin seit 2006) entsprach es eher einem virtuellen Kramladen: Alles über das ich schreiben wollte, wurde hier verbreitet. Ich hatte einen soziologischen Gedanken zum Flaschenpfand, rein damit – ich mach mir Gedanken zur gesellschaftlichen Entwicklung durch/seit Benno Ohnsorg, na klar – aber auch Anekdoten, Kurzgeschichten und Berichte über die Fotografie fanden hier einen Raum.

Das Kochen (und Essen), welches schon lange meine Leidenschaft ist, wurde eigentümlicherweise erst am 16. August 2012 ein wesentlicher Teil meines Blogs.

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Das aufgegessene Ergebnis

An diesem Tage postete ich mein, nach Heston Blumenthal gekochtes Tagliatelle con Ragù di carne (Bild rechts). Der Grund für den Beitrag in diesem Blog ist so banal wie naheliegend:
Nachdem ich mir zwei Tage meines Sommerurlaubs Zeit genommen hatte, um dieses Gericht herzustellen, im wahrsten Sinne des Wortes stundenlang in der Küche stand und kilowattweise Strom verbraucht hatte, entwickelte sich die Einsicht, dass der Aufwand für dieses Gericht schlicht zu groß war, um es einfach beim Kochen und anschließenden Aufessen des Ergebnisses belassen zu können.

Wie gut, dass ich zumindest kameraseitig gut ausgestattet war und somit einer gelungenen Food-o-grafie nichts im Wege stand.

Wie schreibe ich aus guten Gründen so oft: Aber ich schweife ab!

Nun aber ohne Umschweife zu meine/r/n Kamera/s:

Nach einem zermürbenden Spiegelreflexfehlfokussierungsdrama im Jahr 2011 hatte ich fast die Fotografie leid und dachte ernsthaft darüber nach, wieder zum Malen von Bildern überzugehen, um mich kreativ auszudrücken. Im August 2011 entledigte ich mich, dieser Frustration folgend, jeglicher Spiegelreflexfotografieutensilien. Ich besaß bis dahin eine Canon 50D und allerlei Spiegelreflexobjektivgedöns.
Canon 50mm f1,4 – weg! | Sigma Makro 180mm f2,8 – weg! | Sigma 17-70mm f2.8-4 – weg, weg, weg!

Weil ich im Grunde aber gerne fotografiere und gute Technik wirklich mag, gab ich dem Ganzen doch noch eine Chance und wandte mich der MFT-Technik zu, kaufte mir eine Panasonic GH2 zusammen mit einem Super-Zoom 14-140mm.

Superzooms – ich hasse Superzooms!

Leider bin ich schon ein paar Mal auf Objektive mit zu großem Zoombereich hereingefallen und wurde jedesmal enttäuscht. Nie entsprachen diese „Teile“ meinen Ansprüchen. Ganz egal wie sehr sich anderswo gelobt wurden, die Abbildungsleistungen entsprachen immer einem matschigen Brei, den ich mich weigere „Foto“ zu nennen. Leider bin ich, was das angeht, ein echter Homer Simson – also nicht sehr lernfähig. Ich hoffe immer auf eine eierlegende Wollmilchsau und wenn man mir das verspricht – so glaube, kaufe und ärgere ich mich…
Dieses Objektiv blieb also nicht lange in meinem Besitz.

Mein Rat an alle Menschen die mit dem Gedanken spielen, sich eine Spiegelreflex oder MFT-Kamera anzuschaffen: Wenn man die Qualitätssteigerung eien DSLR oder DSLM wieder auf das Nivau einer Billigknipse bringen will – zum Beispiel um sich nicht ob der Schärfe eines Bildes zu erschrecken – kaufe man sich beherzt eines dieser Dinger…

Leistungssteigerung durch Festbrennweite

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Meine Panasonic Lumix GH2 mit dem
Leica Macro-Elmarit 45 mm F2.8

Um die Qualität meiner Fotos auf eine halbwegs vernünftige Stufe zu heben, legte ich mir ein Leica Macro-Elmarit 45 mm F2.8 zu. Eine Linse mit einer recht anständigen Abbildungsqualität. Zudem kann man mit dieser Blendwert/Brennweitenmischung  schon sehr schön mit der Schärfentiefe spielen und das Fotografieren macht halbwegs Spaß, obwohl der Sensor meiner GH2 recht klein ist.

Dieses Makro-Objektiv ist ein wirklich gutes Teil und gleichzeitig eine echte Fehlkonstruktion:
Vom meinem 180mm Makro aus meiner Canonzeit kenne ich die Funktion, dass man den Fokussierbereich auf den Nahbereich einschränken kann, damit das Objektiv sich beim Fokussieren eines nahen Punkts nicht in der Ferne verliert. Das war eine wirklich gute Funktion. Beim Leica 45mm 2,8 hingegen, kann man Fokussierbereich von „nicht mehr ganz nah“ bis „unendlich einschränken“ – ich habe keine Ahnung, wozu das gut sein soll… Das ist nicht sehr schlimm, obwohl es ein wenig von einem Schildbürgerstreich hat – wir klammern den Makrobereich bei dem Makroobjektiv mal  aus… :D.
Dennoch, ich kann mir schlimmere Fehler an einem Objektiv vorstellen.

Ungefähr 2 Jahre lang fotografierte ich mit dieser Panasonic und nutzte das 45er Makro-Objektiv für die meisten meiner Essensfotos.

Wenig Licht und gute Bilder?

Die GH2 hat durch den kleineren Sensor eine größere Schärfentiefe. Manchmal hat diese große Schärfentiefe der MFT-Kameras einen echten Vorteil: Eben weil sie größer ist, kann man die Lichtempfindlichkeit nutzen und hat dennoch genügend Schärfe im Bild. Bei vielen meiner Fotos (Essensfotos) hätte ich keinen kleineren Schärfenbereich haben wollen. Die hohe Lichtstärke des Objektivs ist mir schon sehr wichtig, da ich lieber ohne Blitz  fotografiere.

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Königberger Klops Rohlinge mit der GH2 und dem 45er  – weniger Schärfentiefe ist nicht nötig

Wirklich gut bei der GH2 ist auch ihr recht geringes Rauschen bei hohen ISO-Werten. Man erhält noch mit ISO 1600 wirklich gute Bilder:

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Fish ’n‘ Chips bei ISO 1600 und kaum ein Rauschen…

Kamera Kamera Wechsel dich…

Diese Kamera-Objektiv-Kombination war also gar nicht sooo schlecht. In Bezug auf das Rauschverhalten ließ sie die Canon sogar locker hinter sich. War bei dieser ISO 400 das Maximum des Erträglichen. Nur das Handling und die Geschwindigkeit meiner Canon 50D vermisste ich doch sehr.

Irgendwann kamen noch eine Lumix GF3 und ein X PZ 14-42 mm mit Motorzoom (für die Jackentasche) und ein VARIO 100-300mm hinzu. Beide sind zur Essensfotografie nur bedingt geeignet. Obwohl man in Frankreich bei diesem Foto vielleicht anderer Meinung sein könnte:

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Motiv für das 100-300mm

Mittlerweile war ich zufrieden mit meiner Optik und nur gelegentlich dachte ich darüber nach, mir das sündhaft teure Voigtländer 25 mm / F 0,95 Nokton zuzulegen – eine Lichtstärke unter 1 – sei es auch nur ein rechnerischer Wert – das ist schon was. Und, mit der Food-o-grafie hätte ich einen super Ausrede, mit der ich diese Anschaffung – öh – begründen könnte. 😀

Doch dann wurde die Panasonic GH3 angekündigt. Zusammen mit einem unverschämt tollen teuren Lumix G X Vario 12-35mm F 2,8 Objektiv. Leider erinnerte mich diese Kombination zu sehr am meine letzte Spiegelreflex + Sigma 17-70mm F2.8-4 Kombi (nur, das diese elend fehlfokussierte). Mein Weihnachtsgeld (und noch ein wenig mehr) mussten dran glauben.
Die GF3 samt 14-42er sind nun wieder verkauft (ich hatte sie eh kaum genutzt) und die GH2 steht nun im virtuelle Schaufenster, alles zwecks Refinanzierung meiner neuen GH3:

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Meine Panasonic Lumix GH3 mit dem
Lumix G X Vario 12-35mm F 2,8

Diese Kamera fühlt sich nun endlich wieder so an, wie es sein sollte. Das Gewicht, die Haptik die Geschwindigkeit. Alles passt. Endlich wieder eine richtige Kamera!

Alles ist noch besser als bei ihrer Vorgängerin. Einzig in der Rauscharmut bei hohen ISO-Werten hebt sie sich nicht so sehr von der GH2 ab, wie man es erwarten sollte. Aber  mit diesen Werte war ich ja auch vorher schon zufrieden.

Auch das Objektiv ist enorm gut. So gut, dass ich eigentlich kein anderes mehr nutze. Das 45er Leica liegt traurig in der Ecke, denn für meine Essensfotos mache ich mir nicht mehr die Mühe, es anzuschrauben. Warum auch? Ich habe mit dem 12-35er ein ebenso licht- und abbildungsstarkes Objektiv, das zudem noch viel variabaler einsetzbar ist. Seit dem 04. Januar 2013 fotografiere ich nun glücklich und fast ausschließlich mit dieser Kombination. Einzig das Voigtländer wäre noch eine Sünde wert…

Aber zurück zur Food-o-grafie:

Für die Essensfotografie halte ich die leichteren MFT-Geräte für sehr geeignete Fotoapparate. Schon allein, weil man sie locker mit einer Hand bedienen und mittels eines (schnellen!) LiveViews jedes Umrühren sehen scharfstellen und festhalten kann. Einige meiner Fotos sind so entstanden und ich glaube, da steckt noch einiges an Potential drin.

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Links gehalten und rechts geschnitten – kein Problem…

Fazit

Meine Panasonic GH3 mit dem 12-35er Objektiv ist im Moment genau das Richtige für mich. Eine Spiegelreflexkamera kommt mir nicht mehr ins Haus. Aber wer weiß, vielleicht kommt irgendwann einmal eine Vollformatkamera mit Kontrastmessung auf den Markt und wer weiß, ob ich dem dann widerstehen kann…

Ich habe noch ein bisschen hinterher geschrieben, weil mit noch ein paar Gedanken durch den Kopf gingen, die ich loswerden musste:
food-o-grafie 2013 – technikverloren II. (Gedankenschnipsel)

4 Gedanken zu „food-o-grafie 2013 – technikverloren

  1. Pingback: Schmausepost vom 1. März 2013 - Newsletter | Schmausepost

  2. Pingback: food-o-grafie 2013 – technikverloren II. (Gedankenschnipsel) | Umschweife.de

  3. Dirk Mochalski Artikelautor

    Hey Zorra,
    es hat Spaß gemacht.
    Bedauern sollte man mich wegen meiner Kamerawechselei aber nicht – ich bin ja selber Schuld. Man läuft eben Gefahr in solche „Geschichten“ hineinzuschlittern, wenn man – wie ich – so pingelig einerseits und technikbegeistert auf der anderen Seite ist…
    Immerhin kommen andere Leute mit Ihren Kameras auch klar und schießen tolle Fotos ohne zu jammern…. 😉
    Viele Grüße
    Dirk

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