Kategorie-Archiv: Tests

Panasonic DMC-GF3X Test I – die kleine Schönheit für die Tasche

Mir ist gestern die Panasonic GF3X “in den Einkaufswagen gesprungen”.

Das kam so:
Ich wollte schon seit Langem meinen Objektivpark (für meine Panasonic GH2) verändern:
Weg von dem großen 14-140 hin zum kleinen 14-42 (und später ergänzend zum 100-300).

Ich will dies, weil Objektive mit kleineren Brennweitenbereichen meist besser abbilden und, weil sie, nun ja, kleiner sind.

Bei der Suche nach entsprechender Verkleinerung, lief mir nun das neue 14–42 H-PS14042E („Mann! Ist das winzig!“) zusammen mit der GF3 über den Weg. Das Objektiv beeindruckte mich sofort, aber das gehört in einen anderen Bericht. Hier will ich über die GF3 (in Verbindung mit besagtem Objektiv) schreiben.

Die GF3 war im “Paket” mit dem Objektiv  (also als GF3X) so viel weniger teurer als das Objektiv allein, dass es mir ein Leichtes war, sie in die Position des „must have“ zu erheben. Mit Gedanken wie:
„Ich wollte schon immer etwas Kleines für die Tasche zum ‚Immerdabeihaben’.“
Oder, im richtigen Moment: „Mann, wenn ich jetzt so eine kleine handliche Kamera dabei hätte…“

Gewünscht gekauft – und hier ist sie (mit AA Batterie für den Größenvergleich): Weiterlesen

Meine Spiegelreflex – eine Bilanz II.

Nach dem ersten Artikel dieser Art, wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass ich die Frage „Ergibt es Sinn, sich mit einer Spiegelreflex zu ‘belasten’?” nicht beantwortet hätte.
Ic denke zwar, dass ich sie doch beantwortet habe, aber, da ich eine klare Antwort nicht schuldig bleiben will:

Ja, es ergibt Sinn! und Nein, es ergibt keinen Sinn! Weiterlesen

Meine Spiegelreflex – eine Bilanz

Im Januar 2009 kaufte ich mir meine erste Spiegelreflexkamera.
Nach nicht ganz einem Jahr will ich hier über meine Erfahrungen resümieren und mir die Frage stellen:

“Ergibt es Sinn, sich mit einer Spiegelreflex zu ‘belasten’?”
Denn immerhin, eine Spiegelreflexkamera kostet nicht nur Unmengen Geld, im Verhältnis zu ihren kleineren Schwestern, sie ist auch wesentlich schwerer und größer. Zudem kommt man schnell in die Versuchung, sich mit (teurem) Zubehör auszustatten.

Vielleicht hilft dieser Erfahrungsbericht ja auch dem einen oder der anderen bei der Überlegung, sich eine Spiegelreflexkamera zuzulegen oder sich dagegen zu entscheiden.

In diesem ersten Artikel, werde ich mich mit dem Thema befassen:
“Was man beim Kauf alles falsch machen und was letztendlich daraus werden kann…” Weiterlesen

Fahrbericht BMW R 1200 GS

Als sie vor mir stand, die „Vielgepriesene“, konnte ich meine Überraschung kaum unterdrücken. Die Akzeleration ist in den letzten Jahren anscheinend ungemein schnell fortgeschritten, und BMW hat ihr offensichtlich Rechnung getragen. Komisch nur, dass das typisch BMW Klientel eigentlich 10 (ok 5 …) Jahre älter ist als ich und aus diesen Gründen eigentlich noch gar nicht davon betroffen sein sollte. Der Versuch einer Erklärung könnte lauten:
BMW baut nur für große Menschen und das schlägt sich auch in der Körperlänge nieder… (aber das klingt etwas fadenscheinig)

Wie dem auch sei, ich war nicht beim “Freundlichen” (BMW Händler), um über BMWs Verhältnis zur Größe des Durchschnittsmenschen zu philosophieren, sondern um Motorrad zu fahren.

– dachte ich mir –

Der – „da-fahr`n-Sie-gleich-mal-ein-wirklich-gutes-Motorrad…“ – Verkäufer (selber einen Kopf kleiner als ich) sah mich von unten bist oben an, grinste unverhohlen und sagte: „… stellen-wir-den-Sitz-wohl-mal-ganz-nach-unten…“

– Ich hasse diese Typen! –

Zugegeben, ich bin – mit meinen 175cm – sicher nicht der Größte. Aber, dass ich zu den Kleinsten gehöre, nachdem ich vor 10 Jahren noch der Durchschnitt war, und mir das von einem Zwerg sagen lassen muss, ist schlicht eine Frechheit. Ok, er hatte recht, “ganz unten” war genau richtig.

Persönlich beleidigt und mit leicht vorgeschobener Unterlippe, kletterte ich also auf die GS, meine Sozia bestieg den hinteren Hochsitz.
Ich ließ das Mausekino aufleuchten – eine Bemerkung meiner Sozia ging beinahe im Anlassergeräuschgewimmel unter: „Ich rutsche ja gar nicht“ – sprach sie und schubberte mit dem Hintern auf dem Sitz hin und her (bzw. versuchte es). Sie meinte den Bezug der GS-Sitzbank, welcher weitestgehend das Rutschen von Textilhosen verhindert. Das ist sehr angenehm und ein echter Gewinn.

Das Motorgeräusch war nicht gerade das, was ich als Wohlklang bezeichnen würde – es klang etwas schwach auf der Brust und leicht hohl. Das Geräusch war, nun, irgendwie dröge (bei Verständnisproblemen: Wiktionary => Dröge )

– Aber egal –

Alle Beleidigungen vergessend, ignorierend, dass ich selbst bei dieser Sitzeinstellung noch nicht mit den Fußsohlen auf den Boden kam, ließ ich, die Vorfreude langsam wieder anschwellen fühlend, den ersten Gang ins Getriebe knallen… (Ja, natürlich knallen die Gänge noch, zumindest manchmal. Allerdings muss man sie mittlerweile nicht mehr mit bitten und drängend ins Getriebe zwingen, sie gehen – fast – von alleine rein) …und fuhr los.

Die GS zeigt, wie jeder anderer Boxer auch, eine recht raue Geräuschkulisse, sicher ist sie weniger ruppig als Motorräder ihrer Art sich in den letzten Jahrzehnten gaben, aber dennoch, das raue Gefühl ist unleugbar vorhanden.
Man kann so etwas natürlich „Charakter“ nennen. Meine Meinung ist jedoch folgende:
Es gibt Motortypen, die ein ähnliches Drehmoment und eine schönere Drehmomentkurve haben. Die zudem besser klingen und deren Motoren ähnliche Kilometerleistungen erbringen wie ein BMW Boxer. Der einzig wirklich relevante Unterschied ist, dass diese anderen Motorräder nicht klingen, als habe der Mechanikerlehrling Lehren und Pfeilen in der Maschine vergessen.

Aber, wie schon gesagt: egal…

Ein später Oktobertag, laue 18 Grad, trockene Straßen, 98 Pferchen unter mir, die Frau, die ich liebe, in meinem Rücken: was will ich mehr.

Ich zügelte die Q noch ein wenig, um dem Motorrad im kalten Zustand nicht zuviel zuzumuten. Ich bin ein Warmfahrer und finde, dass man dieses auch einem geliehenen Motorrad gönnen sollte. Der Käufer des Vorführers wird`s einem danken.

Um meine Hausstrecke schnellstmöglich zu erreichen – die berüchtigte Borgloher Bergrennbahn im Teutoburger Wald – ist es notwendig, einen kurzen Weg Autobahn zu fahren. Zwar gibt es andere, landschaftlich schönere Möglichkeiten ein Motorrad Probe zu fahren, aber diese sind zu weit weg, so dass ich nicht rechtzeitig (ich hatte eine Stunde Leihzeit) zurück beim Händler hätte sein können.
Also fand ich mich damit ab, die langweiligen 10 km auf der Autobahn zu verbringen. Danach wäre die Maschine warm gefahren und bereit zu weiteren Schandtaten.

Was ich nicht erwartet hatte, war der „Einsatz“ des Motorrades in der ersten Kurve der Autobahnauffahrt: Es fiel gleichsam in die Kurve, dabei präsentierte sich mir eine gänzlich andere, als die erwartete GS. Natürlich, ich hatte es gelesen: sie sei leichtgängig – sie würde wie auf Schienen fahren – sie solle geradezu um die Kurven zirkeln – bla bla bla… all das waren die Attribute mit denen man sie, in der Fachpresse, überhäuft hatte.
Ich gebe es ungern zu und ich schäme mich auch ein bisschen, aber ich muss sagen, es stimmt:
Sie fährt sich nicht groß, nicht klobig, nicht wuchtig, sonder behände und schlank, und ja, sie zirkelt wie auf Schienen um die Kurven.

Ich musste an den vergangenen Sommer denken und verstand plötzlich, wie bestimmte „Irre“, auf eben diesem Motoradtypus auf die Idee kommen konnten, mich links und mitten in einer Kurve in waghalsiger Schräglage zu überhohlen. Das sollte nicht nur kein Problem sein auf diesem Motorrad und eventuell sogar Spaß manchen, sondern die GS lädt geradezu dazu ein, sich in die Kurven zu werfen und ein ums andere Mal in wilder Schräge die Berge hinauf und wieder herunter zu fahren.
Aber ich greife dem Geschehen vor. Ich genoss also die erste und die zweite Autobahnauffahrtkurve und trieb sie um die nächste (leider vorerst letzte) Kurve.

Wie gesagt:
Rauf auf die Bahn, langsam hin, zur 10km entfernten Abfahrt, festgestellt das der Windschutz hervorragend ist, runter von der Bahn, die Berge hochgeprescht und wieder runter.

Direkt nach Fahrtantritt stellte sich das Gefühl der Beherrschbarkeit ein. Nie hatte ich das Gefühl, die GS sei unbeherrschbar oder würde den Fahrer zu gefährlichen Manövern verleiten. Der GS muss man nicht seinen Willen aufzwingen, man muss sie noch nicht einmal bitten. Der gedachte Wunsch allein genügt und das Gefährt läuft die geplante Bahn entlang. Mann thront auf diesem Bike zwar etwas über den Dingen, aber das tut der Fahrfreude keinen Abbruch.
Das Gefühl der Sicherheit und Souveränität blieb die ganze Zeit über vorhanden. Nie überraschte mich die GS mit unvorhersehbaren Eigenschaften. Diese Maschine lässt sich nicht nur kippen und schlängeln wie man will, sondern sie hat auch Druck! Die GS zieht aus dem Keller bis hin zum roten Drehzahlbereich (der, meines Erachtens, etwas früh beginnt, aber das ist wieder eines dieser Boxerspezifika, die bei anderen Motorkonzepten angenehmer sind.)

Leider musste ich viel zu früh die Heimfahrt antreten und dieses Mal wollte ich den beschworenen und schon beschriebenen Durchzug der Maschine testen. Also rauf auf die Bahn, Beschleunigungsstreifen zum Beschleunigen benutzen, und jajaja! sie kommt gut, die Dicke. Schnell, sehr schnell, lässt sie sich auf 140 km/htreiben. Doch dann, ich wollte noch flugs an einem Benz vorbei, wirkte das Triebwerk erst zäh und dann sogar geradezu schwachbrüstig – kaum zu glauben – 160 kmh, und dann ist Schicht!
Sollte es tatsächlich so sein, dass man sich bei solch einer Geschwindigkeit mit einem 98 PS Motorrad tatsächlich von einem Mercedes das Überholmanöver versauen lassen muss? Es ist anscheinend wirklich so, das Beschleunigungspotential beschränkt sich auf eben diesen, recht kleinen Bereich von 0 bis 160kmh.
Natürlich kann die GS schneller fahren als 160 km/h und wahrscheinlich zieht sie ohne Sozia noch etwas besser, aber, ich wiege nicht gerade viel und meine Sozia ist eher ein Fliegengewicht und wenn man bei dieser BMW, den Durchzug im unteren Bereich mittels Durchzugschwächen bei höheren Geschwindigkeiten erkauft hat, so finde ich das Schade, denn dieses Motorrad ist nicht nur eine Reiseenduro, sondern sie hat auch nahezu 100 PS. Wenn ich mir ein 100PS Motorrad, voll bepackt vorstelle, dass bei 160 km/hauf der Autobahn in die Knie geht… das ist schon recht schade.

Dabei fing alles so schön an. Eine hervorragender Windschutz, die saumäßig relaxte Sitzposition, der erstaunlich kräftige Antritt der GS…

Fazit:
Sie besticht als ein hervorragend verarbeitetes Motorrad, das (typisch BMW) ruhigen Gewissens als „technische Innovation“ bezeichnet werden kann. Als solche wird sie sicher einige Augen auf sich ziehen. Diese Art von Motor muss man mögen oder nicht – dazwischen gibt es nicht viel. Für manchen stellt es einen echten Mehrwert dar, dass ein Propeller das Motorrad ziert. Man sollte diese emotionalen Faktoren beim Motorradkauf nicht unterschätzen und sich selber besser richtig einschätzen (man muss es ja nicht zugeben), um zu vermeiden, dass man hinterher kreuzunglücklich wird.
Die GS hat, was gerade zum flotten Kurvenfahren eine Wucht ist, unter herum unglaublichen Durchzug, leider geht das auf Kosten der Endgeschwindigkeit und des Durchzugs in höheren Geschwindigkeitsregionen.

Der Motor der BMW kling insgesamt etwas schwach. Allerdings sind Enduros noch nie dafür berühmt gewesen (Einzylinder mal ausgenommen) einen die Knie weich werden lassenden Klang zu haben.

Dieses Motorrad hat einen sehr guten Windschutz, der auch bei hohen Geschwindigkeiten ein „Sofagefühl“ aufkommen lässt. Das „Sofagefühl“ ist nicht zuletzt der äußerst komfortablen und antirutsch beschichteten Sitzbank zu schulden.

Unterm Strich, hat die GS einen durchaus guten Eindruck hinterlassen, als ein gut händelbares und alltagstaugliches Motorrad, mit dem man bestimmt auf Reisen gehen kann.