Kategorie-Archiv: Überlaufende Fantasie

Jägersoße mit Schweineschnitzel und Pommes

Hier mein Beitrag zu Toms Aufruf zur Rettung der Soßen: Die Jägersoße. Auch wenn Tom sich von mir schon inspirieren ließ und ebenfalls eine Jägersoße zum Besten gab, denke ich, dass meine anders genug ist, um mit ihr nachzulegen:

Foto von Gourmandise

 

Fakten und Myten

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Jetzt haben SIE mich…

SIE sind wie eine schleichende Krankheit. Wie ein Virus verbreiten SIE sich beinahe unbemerkt in die Tiefen des Internets, vernetzen sich wie ein Pilz unter der Erde. SIE sprießen hervor, an Orten an welchen man sie niemals vermutet hätte.
Wir können uns nicht wehren, wir können nichts dagegen tun, SIE sind überall und es werden mehr und mehr.

Es gibt keinen Ort an welchem man ihnen nicht begegnet. Die schlimmste aller Vorstellungen: SIE werden die Mehrheit!

Dabei sind SIE einnehmender als die religiösen Eiferer an der Ecke: Sie wollen nicht nur unsere Seele, sie nehmen auch den Rest.
Und, es gibt niemanden, der sich ihrer Botschaft entziehen kann…

Ich dachte, ich wäre sicher.
Ich habe gedacht, ich wäre davor gefeit.
Ich ging davon aus, dass mich DAS niemals treffen würde…

Die Wandlung kam über Nacht, in meinem Urlaub, als ich gerade nicht aufpasste. Ich war wohl so entspannt, dass ich nicht merkte, wie es über mich kam.

Und nun, ich wage es kaum zu schreiben.

Ich kann die Zeichen nicht mehr ignorieren.
Und jetzt… Weiterlesen

Wie man 50000 Wörter in einem Monat schreibt

Wie Scot W. Stevenson in seinem Beitrag zur Völkerverständigung, also seinem Blog „USA Erklärt“ berichtet, gibt es einen Wettbewerb Namens NaNoWriMo, der alle Menschen dazu aufruft, innerhalb eines Monats (im Monat November, um genau zu sein )  einen Roman mit wenigstens 50000 Wörtern zu schreiben.

Interessant an diesem Wettbewerb ist, dass unglaublich viele Leute mitmachen und anscheinend niemand befürchtet, seine schriftstellerischen Fähigkeiten könnten nicht genügen. Offensichtlich ist da jemand in der Lage, Menschen die Angst vor dem leeren Blatt zu nehmen und ein bisschen Mut zur selbst fabulierten Geschichte zu geben. Methode: kein Inhalt wird kritisiert oder bewertet – es werden sogar Tipps gegeben, wie man einen Roman gänzlich ohne Ideen schreiben kann…

Dieser Wettbewerb ist, wie so oft, eine Idee die eine eigenartige Historie hat und sich mit der Zeit verselbständigte. Die Teilnehmerzahl stieg von1999 bis 2007 von 21 auf  erstaunliche 101510 Teilenehmer an. Diese Zahlen sprechen für sich.

Ich habe diese Aktion leider etwas spät entdeckt, denn der November ist nun schon fast vorbei. Allerdings werde ich diesen Wettbewerb zum Anlass nehmen und werde auch mal wieder etwas Prosa zum Besten geben, denn ich habe das Problem, dass mein Fantasie mal wieder überläuft, und bevor ich anfange meine Umwelt völlig grundlos anzulügen, nehme ich mir die 101510 Romanautoren als Vorbild und schreibe lieber eine weitere Geschichte…

Bis auf weiteres
Dirk

Dinge die man(n) seiner Freundin nicht sagen sollte

„Schatz ich finde es gut, dass du auch etwas pummelig geworden bist…“

Wenn man diesen Satz gesprochen hat, kann man das relativierende „…so muss ich mich mit meinem Bauch wenigstens nicht all zu sehr schämen…“ und „…vielleicht könnten wir gemeinsam eine Diät machen…“ kaum mehr verstehen…

vom Überlebenswillen des Perlhuhns

Christian Morgenstern:
Das Perlhuhn
Das Perlhuhn zählt: eins, zwei, drei, vier…
Was zählt es wohl, das gute Tier,
dort unter den dunklen Erlen? Es zählt, von Wissensdrang gejückt,
(die es sowohl wie uns entzückt):
die Anzahl seiner Perlen.

Im Gegensatz zum Willen zur Macht, den Nietzsche, als einziges der Natur zugrunde liegendes Gesetz, konstatierte, scheint das Perlhuhn (genauer das Helmperlhuhn – Numida meleagris) mit einer außerordentlichen Lebens– oder Todesgleichmut und gleichzeitig mit einem unbändigen Überlebensglück ausgestattet. Viel stärker, als bei jedem Kind vorhanden oder einem Besoffenen beigemessen, ist das Perlhuhn einerseits unglaublich doof und andererseits nahezu untötbar.

Jeder Motorradfahrer kann wahrscheinlich bestätigen, dass er zwar Perlhühner, dösend, tapsend oder auf der Strasse herumirren sah, es aber noch nicht fertig brachte, eines dieser Tiere zu überfahren.

Erinnern Sie sich an die alten Slapstickfilme:
Ein Mann steht irgendwo herum und ist mit irgendwelchen „Dingen“ beschäftigt. Er verbringt seine Zeit mit wichtigen Tätigkeiten wie: Träumen, Frauen hinterher sehen, Zeitungslesen oder auch nur dösig in der Gegend herumstehen.
Als nächstes sieht der allwissende Zuschauer ein Unheil auf ihn zukommen:
Ein Klavier fällt herab, ein Auto ohne Bremsen rast auf ihn zu, ein Bandit versucht ihn, mittels einer Pistole, zu erschießen.

Jedermann denkt, dass es nun aus ist mit dem „Helden“ (in Wirklichkeit denkt das natürlich niemand mehr, denn man kennt solche Filmsituationen und weiß: der Held überlebt). Ich meine diese Filme, in welchen der „Held“ im letzten Moment einen Schritt zur Seite tritt und das Auto ihm nicht schaden kann, er die Zeitung zuschlägt, sich auf den Weg macht und das Klavier trifft ihn nicht, etwas aufhebt und dem Schuss ins Herz entgeht.
Der Held wird wahrscheinlich niemals erfahren, dass er beinahe erschlagen, erschossen oder von einem Auto überfahren wurde.
Noch viel weniger erfahren wird er, dass er an einer bestimmten, unangemessen großen, Zerstörung von Leben oder öffentlichem Eigentums schuld ist. Die Kugel trifft, statt seiner, einen Passanten. Das Klavier erschlägt den gerade aus dem Zoo entlaufenden Löwen, das Auto überfährt zwar nicht den Helden, zerstörte aber durch den beibehaltenen Schwung eine Reihe von Marktständen, stößt einen Maler von seiner Leiter und zu guter Letzt stößt das Auto direkt durch eine Wand in den Tresor der Bank der Stadt, so dass sich jeder an den frei herumfliegenden Geldscheinen bedienen kann. Der Held aber, weiß nichts von seiner „Schuld“ und geht kopfschüttelnd, über so viel Unvernunft der Anderen, durch das Chaos seiner Wege…

Genauso verhält sich ein Perlhuhn!
Bloß lächeln diese blöden Viecher nicht. Zumindest konnte ich noch nicht sehen, ob der viel zu kleine Schnabel an dem viel zu kleine Kopf mit dem viel zu kleinen Gehirn zu einem Lächeln verzogen ist, wenn ich, mal wieder schlingernd, einem Beinahezusammenstoss mit einem Perlhuhn entgangen bin.

Der Witz ist, dass, selbst wenn man seinen Reflexen nicht nachgibt und auf solch ein Tier zuhält, dieser Vogel, kurz bevor er den tödlichen Stoß erhält, den besagten Schritt bei Seite macht. Man selbst schlingert, das Motorrad gerade noch haltend, völlig überrascht von dieser unerwarteten Reaktion, die Strasse entlang. Im Rückspiegel meint man das Perlhuhn davon watscheln zu sehen…

Hat es nicht eben mit dem Kopf geschüttelt?!

über das Innenleben einer Krähe

Wie denkt eigentlich eine Saatkrähe (Corvus frugilegus) über den Regen?
Am Sonntag fuhr ich eine längere Strecke, mit meinem Motorrad durch den Regen und fühlte mich nass, mies und ungemütlich. Ich hatte nasse Hände und nasse Füße und nach geraumer Zeit wurde mir auch noch kalt kalt!

Irgendwann hüpfte eine Krähe über die Straße.

Später nahmen ein paar weitere Krähen ein Festmahl ein. Dies geschah abermals auf der Strasse: Ein Hase (oder eine Katze oder ein Hund – man konnte es nicht mehr genau erkennen) lag totgefahren dort und wurde den Vögeln zur Mahlzeit.

Diese Vögel hatten eins gemein, sie sahen weder betrübt, noch traurig aus, keiner dieser Krähen schien schlecht gelaunt zu sein und sie hatten anscheinend auch keinen Grund sich über das Wetter zu beklagen.

Das war wieder einmal einer dieser Zeitpunkte, wo sich mir wieder eine dieser Fragen stellte.

Ich meine die Art von Fragen, die man sich besser nicht stellt, da man sowieso keine Antwort bekommt, wenn man sie sich nicht selber gibt:

„Wie fühlt sich eigentlich solch ein Vogel bei diesem Wetter?“

Ich meine das absolut subjektiv: wie erlebt ein Vogel eigentlich die Welt als Ganzes, und, im Speziellen, solch ein mieses, ekelhaftes, schmuddeliges, nasskaltes Wetter, wie es am vergangenen Sonntag stattfand? (auf das tote Tier auf der Straße komme ich in einem anderen Artikel zu sprechen)

Obwohl mir klar ist, dass man sich nur täuschen kann, wenn man versucht, sich in einen Vogel zu versetzen, denke ich, dass man sich dennoch dadurch ein Bild davon machen kann, welch eine Wahrnehmung der Welt einer Krähe, ein Mensch hätte, wenn er anstelle des Vogels wäre. Das ist doch auch was.

Ich finde es nicht leicht, mich sich in einen Vogel zu versetzen, denn erstens, kann ich nicht fliegen – was ich für einen echten Makel halte – und zweitens, ist ein Vogel mit (wie schon indirekt angemerkt) einem völlig anderen Körper als dem meinen und in einer völlig anderen Lebenswelt als der meinen.
Wie also, hätte ich eine Chance, mich in einen Vogel hineinzudenken, ohne auf den Holzweg zu geraten und auch nur das Geringste zu verstehen? Das Ganze, wo ich doch meistens schon Mühe habe, mein menschliches Gegenüber zu verstehen?

Es wird wahrscheinlich nicht funktionieren.
Ich werde mich dennoch in eine Vogel hineindenken, weil ich, verdammt noch mal, wissen will, warum diese doofen Krähen so fröhlich aus der Wäsche schauen, während ich bibbere und friere.

Meinem „Vogelverstehen“ lege ich folgende Hypothesen über die Lebenswelt und das Leben einer Krähe zugrunde:

  1. Eine Krähe besitzt keine Wohnung mit Heizung. (!)
  2. Sie nimmt keine regelmäßigen und ausgewogenen Speisen zu sich.(!!)
  3. Sie hat kein Bedürfnis nach Konversation, (?) (obwohl ich mir da nicht so sicher bin – schließlich ist eine Krähe ein intelligenter Vogel, und führt ein „geselliges“ Leben – diese These ziehe ich also zurück.)
  4. Eine Saatkrähe lebt monogam.

    (Mittwoch, 22.11.2006, 20.22Uhr, http://de.wikipedia.org/wiki/Saatkr%C3%A4he#Fortpflanzung_und_Brut )

  5. Sie isst (auch) Regenwürmer.

Nun, ich denke, diese Prämissen kann man so stehen lassen und mich weiter meinem Ansinnen nähern, die Krähen zu verstehen. Folgendes schließe ich aus den oben genannten Prämissen:

Ein Wesen, das keine Wohnung und keine Heizung besitzt, wird den Unterschied zwischen „Drinnen“ und „Draußen“ nicht kennen und somit, das „Drinnen“ dem „Draußen“ nicht vorziehen (wollen). Also wird ein verregneter Tag, für eine Krähe nicht so unangenehm sein, wie für mich.
Das ist schön für die Krähe.
Zwar wird eine Krähe zwischen „Nass“ und „Trocken“ unterscheiden können, genauso zwischen „Kalt“ und „Warm“, aber eine Krähe ist nicht solchen Temperaturschwankungen, wie der Mensch ausgesetzt und wird, in Folge dessen, die Kälte und Unwirtlichkeit nicht als derart unangenehm wahrnehmen, wie unsereins. Außerdem ist eine Krähe, sozusagen von Natur aus, besser angezogen als wir Menschen. Das bedeutet dann wohl, dass die Krähe sich eventuell etwas besser fühlt, wenn es wärmer ist, aber den Unterschied zwischen nasskalt und sommerlichwarm wird sie nicht derart verspüren, wie ich auf dem Motorrad, mit durchgeweichten Klamotten.

Obwohl eine Krähe sich nicht von regelmäßigen, mit Geschmacksverstärkern versehenen, Mahlzeiten ernährt, wird sie so etwas wie „Lieblingsnahrung“ haben… …zum Beispiel Regenwürmer…
Außerdem denke ich, dass die Funktion des Hungers, bei allen Wesen gleich oder ähnlich sein wird: Hunger ist ein unangenehmes Gefühl, dass befriedigt werden will. Das Wesen (die Saatkrähe) wird bei der Befriedigung, so etwas wie „Lust“ „Glück“ oder einfach „Befriedigung“ erfahren.

Also kann man, denke ich, der Krähe Lust oder lustvolles Handeln unterstellen.

Ich bin mir nicht sicher, ob eine Krähe bewusst Lust provozierende Handlung unternimmt:
Zum Beispiel das Hinausschieben des Hungers, um die Lust der Befriedigung stärker zu erfahren.
Ich bin mir nicht einmal sicher, ob eine Krähe sich, auf irgendeine Art und Weise, bewusst darüber ist, was sie tut, wenn sie ihre Lust befriedigt.
Vielleicht weiß sie aber doch davon und dann funktioniert es bestimmt etwa so:
Eine Krähe hat Hunger und denkt:
„[…] ah, ja, das Gefühl hatte ich neulich schon mal, da haben die kleinen Krabbelkäfer am besten geholfen, aber irgendwie war es viel toller, als ich die dicken Würmer gegessen habe, obwohl ich dann viel längern buddeln und wühlen musste, was ich eigentlich nicht so gerne mache, aber um der leckeren Würmer willen […]“ und so weiter und so fort. (…womit ich – der Autor – nicht unterstellen möchte, dass Käfer besser schmecken als Würmer, oder umgekehrt…). Das bewusste Erleben von Mangel- Befriedigungs- Lustsituationen setzt eine Menge weitere mögliche Handlungen in Bereitschaft, die eventuell zum Zuge kommen (wollen).
Rekapitulierend kann ich annehmen, dass eine Krähe zumindest dem Futter grundsätzlich zugeneigt und einer bestimmten Art von Futter stärker zugeneigt sein wird, auch wenn sie sich dessen (wahrscheinlich) nicht bewusst ist (obwohl ich für letzteres nicht meine Hand ins Feuer legen würde).

Eine Krähe kann andere Wesen „wertschätzen“. Zumindest lebt sie in monogame Beziehungen. Da kann ich den Schluss ziehen, dass sie ein bestimmtes Gegenüber mehr wertschätzt, als andere Artgenossen.
Krähen lassen sich auch an andere Wesen binden als an ihresgleichen.
Das ist dann wohl ein Verweis auf… ja, auf was eigentlich… Krähen lassen sich Binden, also kann man ihnen so etwas wie „soziales Verhalten“ zuschreiben. Ich will soweit gehen und ihnen Zuneigung, und somit eine weitere Art von Gefühlen, unterstellen.

Um das Ganze hier nicht zu lang werden zu lassen, werde ich meine Überlegungen an dieser Stelle unterbrechen und resümieren:

Ein Rabenvogel, genauer gesagt eine Saatkrähe (Corvus frugilegus), ist zu vielerlei Gefühlen fähig. So kann man annehmen, dass sie Hunger hat und ihn stillen will. Das kann ich gut verstehen – ich habe selber ständig Hunger…

Weiter kann man annehmen, dass sie zu sozialen Gefühlen fähig ist. Ich nenne das mal Liebe, in Erinnerung daran, dass man die „Liebe“ des Menschen auch nicht wirklich definieren kann – höchstens als einen neurotischen Zustand, der vom Ungleichgewicht verschiedener Hormone hervorgerufen wird. Warum sollte es so etwas nicht auch bei den Krähen geben.

Außerdem mag eine Krähe Würmer. An einem regnerischen Tag haben Würmer die Eigenart, aus der Erde gekrochen zu kommen, um den Tod durch ertrinken zu entgehen. Krähen müssen sich an solchen Tagen also kaum anstrengen, um sich den Magen vollzuschlagen. Zudem haben Autos längere Bremswege und Autofahrer eine schlechtere Sicht, so dass es gehäuft zu tödlichen Unfällen mit „Kleinwild“ kommt – woran sich die Krähen abermals gütlich tun können.

Ergo:

Ein regnerischer Tag, ist für eine Krähe, wie ein Festmahl mit Freunden, in einem leicht unterkühlten Raum… …Ich glaube aus einer tieferen Freundschaft zwischen mir und einer Krähe wird wohl, aus nahe liegenden Gründen, nichts werden…

In meinem nächsten Beitrag will ich mir über das „Kleinwild“, wie Hase, Katze, Hund und deren Gefühlswelten, kurz bevor sie überfahren werden, Gedanken machen…

wie es zur Mayonnaise kam…

Manchmal stellt sich mir die Frage, wie bestimmte Dinge in der Welt wohl entstanden sind, beziehungsweise, wie ihre Entstehungs- oder Entdeckungsgeschichte wohl ausgesehen haben mag.

Zum Beispiel sind viele unserer Nahrungsmittel derart komplex, dass sie wohl kaum durch Zufall entstanden sein können. Ein klassisches Beispiel ist die Mayonnaise: Das Verfahren zur Herstellung dieser „kalten Sauce“ ist zwar nicht sehr, aber doch so komplex, dass sie nicht durch „…hups, nun habe ich das Öl in die Eier gegossen…“ erfunden worden sein kann – oder vielleicht doch?

Die Geschichte der Mayonnaise begann – vielleicht – auf der Insel Menorca, im 18. Jahrhundert

Herausfinden lässt sich, dass man die Mayonnaise wahrscheinlich

[…] zu Ehren des Eroberers [Herzog von Richelieu] anlässlich eines Festes die […] kreiert worden sein [soll]. Zumindest beanspruchen die Bewohner Menorcas die Erfindung der „Mahonesa“ für sich. Eine andere Variante lautet, dass die Mahonnese während der Belagerung aus der Not heraus entstanden ist. (Wikipediea; sub voce:„Mayonnaise“; am 12.11.2006 um 14.41 Uhr; URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Majon%C3%A4se)

Ich muss zugeben, dass mir die Geschichte, die Soße sei zu Ehren des Herzogs von Richelieu kreiert worden, nicht gefällt.
Wahrscheinlicher oder zumindest hübscher ist, dass ein Mönch (oder besser ein Einsiedler) auf Menorca unter seinem Olivenbaum saß und sich seine tägliche Portion Eier, gebraten in Olivenöl, zubereiten wollte.
Voller Trübsinn über sein langweiliges Einsiedlerdasein, schlug er zwei Eier in seine Pfanne. Zu spät bemerkte er, dass er vergessen hatte, vorher das Öl in die Pfanne zu geben. Da er (er war nun einmal ein armer Einsiedler) nur ein Gefäß besaß, versucht er es nachträglich in die Pfanne zu tun.
Da das Öl aber nicht obenauf, sondern unter dem Ei seinen Zweck erfüllen sollte, begann er es (wie gesagt, voller Trübsinn und zusätzlich noch in Gedanken versunken) langsam in die Pfanne zu gießen und es eben so langsam unterzurühren. Als sich rührend das Öl in die Pfanne ergoss, musste des Einsiedlers Erstaunen groß gewesen sein, denn das Öl ließ sich nicht unterheben, sondern es veränderte sowohl seine Farbe als auch seine Konsistenz. Der Inhalt seiner Pfanne war nun weiß und cremig.

Braten ließ sich das Ganze allerdings nicht mehr, aber zum Wegkippen war es auch zu schade, denn er war arm und musste essen was er hatte. Also wurde die Not zur Tugend erklärt und aus den rohen Eiern mit Öl eine Sauce.

Es wurden anderen Eier gebratenen (mein Einsiedler hatte glücklicherweise noch eine zwei Eier in Reserve und fand, oh Wunder, dann doch noch ein weiteres Gefäß in seiner unaufgeräumten Junggesellenküche) und mit der Sauce bestrichen.

Meine Lebensgefährtin lehnt jedoch vehement Spiegelei mit Mayonnaise ab „…dass ist ja ekelig…“ und schlägt in ihrer Version vor:
„…er röstet sich ein Brot und tunkt es in die Sauce.“
Das „weitere Gefäß“ in der „Junggesellenküche“ hält sie übrigens für „… an den Haaren herbeigezogen…“

Mein alternatives Ende und Kompromiss:
Also schlachtete er seinen „Eierlieferanten“, briet das Huhn kräftig durch, tunkte es in die Mayonnaise und fand das Ganze sehr lecker.
In Ermangelung weiterer Lebensmittel (wer will sich schon ausschließlich von Oliven ernähren – das Huhn hatte ja das Zeitliche gesegnet) ging er in die weite Welt hinaus, wurde Koch, kam zum Hofe und überraschte alle Untertanen und seinen neuen Herzog mit einer pfiffigen Saucenkreation aus rohem Ei und Öl und wurde dessenthalben reich und berühmt!

So wurde, meiner Meinung nach, die Mayonnaise erfunden.

Dosenpfand

Manchmal denke ich, dass der Niedergang Deutschlands nur und einzig und allein, durch den Dosenpfand entstand.

Herumlungernde Jugendliche, fettleibig, sich langweilend und potentiell kriminell durch den Dosenpfand.

Sie glauben das nicht?

Nun, der Dosenpfand hatte den Sinn und Zweck, die teuren und enorm unweltunfreundlichen Weißblechdosen vom Markt verschwinden zu lassen. Das hat funktioniert – zumindest im Falle der Dosen. Das es jetzt um so mehr Einwegplastikflaschen gibt, die man umständlich zurückgeben muss und welche letztendlich sowieso geschreddert und verbrand werden – egal ob man Pfand bezahlt oder nicht – ist eine andere Sache. Davon spreche ich an dieser Stelle nicht.

Ich spreche an dieser Stelle von fehlenden Weißblechdosen.

Abgesehen vom Trinkgenuss der mit keiner Flasche zu erreichen ist, hat die Weißblechdose eine weitere wesendlich wichtigere Funktion:
Sie baute Aggressionen ab, sie fördert das psychische Gleichgewicht und sorgt für sportliche Fitness! Diese wichtige Funktion hat sie gerade bei Menschen in der Adoleszenz, sprich bei Jugendlichen!

Eine Weißblechdose, geleert und auf den Boden geworfen, lädt dazu ein, sie platt zu treten.
Eine platt getretene Weißblechdose wiederum, hat folgende, teils (im Vergleich zum vorherigen Produkt) völlig neue Eigenschaften:
Sie ist ca. eishockeypuckgroß, bei etwa 100 Gramm Gewicht. Sie neigt wenn man sie fallen lässt – auf Grund des neuen Blech- Luftverhältnisses nur geringfügig zum Trumpfen und durch die nicht ganz runde Form rollt dieser – ich möchte sagen „neue“ – Gegenstand, nicht unkontrollierbar, in der Gegend herum. Und, und das ist dass wichtigste, dieser Gegenstand hat einen unglaublich großen Aufforderungscharakter:
Man möchte dagegen treten. Man wird dann noch eine weitere neue Eigenschaft entdecken:
Dieser Weißblechdosenpuck ist sehr zielgenau und lässt sich hervorragend mit den Füßen führen. Kurz, er ist ein idealer improvisierter Ball, um damit spontan kurze Fußballmatches vor, während oder nach der Schule auszutragen.

Generationen von Jugendlichen konnten so, im freundschaftlichen Einvernehmen, mit Gleichaltrigen spielen, sich aneinander messen und gleichzeitig dem Frust über die Schule, den Lehrern, den Eltern und dem Leben im allgemeinen, mit den Füßen einen Tritt geben. Gleichzeitig, beinahe unbemerkt, bauten sie so die überflüssigen Kalorien, die sie sich mit Hausmeisternegerkussbrötchen angefressen hatten, ab.

Generationen von kommenden Schülern wird dieser Spaß, diese Art von Sport und diese wichtige Integrationshilfe entgehen, denn es ist gleichsam unmöglich mit einer Zwangspfandplastikflasche Fußball zu spielen.