warum ich hier schreibe

„Wozu diese Seiten?“

Ich habe eine nahe Verwandte, die fragte mich einmal – voller Unverständnis – wozu man, als Privatmensch, eine Internetseite produzieren solle.

Es fiel mir schwer eine Antwort auf diese Frage zu finden, denn ich werde weder reich dadurch, noch habe ich etwas derart Wichtiges mitzuteilen, dass es unbedingt der Welt zur Verfügung gestellt werden müsste.

Es ist einfach so, dass ich gern schreibe, nicht oft, nicht viel, doch das Gestalten mit Worten macht mir Spaß, genau so wie ich gerne Bilder male.

Wenn man schreibt oder malt oder etwas anderes herstellt, das keinen Zweck erfüllt, so benötigt man zumeist einen „Anderen“ für den man es herstellt. Dieser „Andere“ kann man selber sein, zum Beispiel wenn man sich einen Einkaufszettel schreibt. Zumeist ist man es jedoch nicht selbst. Der Andere braucht nichts davon zu wissen, es wäre sogar denkbar, dass er noch nicht einmal existieren muss, um seinen Zweck zu erfüllen: Er dient als Gegenüber, als Kommunikationspartner.

Die, wie auch immer geartete, kreative Leistung ist nicht nur ein „Selbstausdruck“, sondern sie muss wahrgenommen werden oder potentiell wahrgenommen werden. Ganz ähnlich der Art, wie eine Person mit anderen Menschen in Kontakt tritt, indem sie sich auf eine bestimmte Art kleidet. Die Kleidung dient der Kontaktaufnahme. Es ergäbe keinen Sinn sich anders als rein praktisch zu kleiden, wenn man die Kleidung nicht zur  Kommunikation benutzen wollte.

Diese Internetseite hat sehr viel mit (wohl gewählter) Kleidung gemein. Ich will damit kommunizieren, ich will das von mir Dargestellte veräußern, es ausstellen, damit jemand die Chance bekommt, es zu sehen, es sich gefallen zu lassen oder es schlecht zu finden. Damit ich mich – auch weiterhin passt der Vergleich mit einem Kleidungsstück – mit dem von mir Produzierten wohl fühle, damit meine Taten einen Sinn ergeben, muss die Chance bestehen, dass jemand sie zu Gesicht bekommt. Natürlich wäre es schöner, wenn sie tatsächlich gesehen und gelesen würden, aber es ist völlig ausreichend, dass die reine Möglichkeit dazu besteht.

Denn, wenn meine Worte nur in den Raum gesprochen oder ins Wasser geschrieben würden, wären sie niemals existent gewesen und dann gäbe es keine Notwendigkeit sie zu sagen oder zu schreiben. Diese Notwendigkeit aber will ich mir schaffen, darum veröffentliche ich hier.

Dirk Mochalski

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